Das Gehirn-Geist-Problem

Der Kurs

Der Kurs „Das Gehirn-Geist-Problem“ lief unter der Nummer 6.3 auf der DSA in Annweiler 1996. Der Kursschwerpunkt lag auf dem Kennenlernen verschiedener philosophischer Positionen. Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage, welche Vorstellungen des Leib-Seele-Problems verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen wie der Kognitionswissenschaft, der Künstlichen-Intelligenz- und Kreativitätsforschung, der modernen Neurobiologie sowie der theologischen Sichtweise der christlichen Auferstehungshoffnung implizit und im Verborgenen zu Grunde liegen.

Den Beginn in unserem Kursprogramm machten die konträren antiken Positionen Platons (Ideenlehre) und Aristoles' Seele/Eidos als formgebendes Prinzip der Materie. Descartes' Dualismus wurde Spinozas Doppelaspekte-Lehre entgegengestellt. Die dualistische Auffassung von K. R. Popper und J. C. Eccles eröffnete die Diskussion aktueller Positionen, gefolgt von David Lewis' Identitätstheorie, John Searles physikalistischer Herangehensweise und schließlich Mario Bunges emergentistischem Materialismus.

Die Leute

Der Kurs bestand aus Katharina Beuter, Dirk Borstlap, Swantje Dahlen, Maximilian Eiden, Sebastian Föllner, Nadine Grebert, Andreas Hesse, Martin Kampmann, Julia Keller, Marco Kuhlmann, Maria Möllemann, Stephanie Sauer, Dmitrij Sverdlov, Christoph Thomas und Christin Wiens. Hier ist ein schon etwas vergilbtes (und ziemlich unscharfes) Foto:

[Kursfoto]

Die Dokumentation

Die Dokumentation des Kurses (ca. 50 Seiten) liegt mittlerweile als PDF-Datei zum Download bereit. Sie ist leider noch nicht ganz perfekt, es fehlen z.B. die Abbildungen. Ich hoffe allerdings, mich bald darum kümmern zu können.

Philosophen auf der Lauer

Die ZEIT enthielt in ihrer Ausgabe vom 6. Mai 1999 einen Artikel Philosophen auf der Lauer. Ich zitiere:

Nach über 2000 Jahren fruchtbaren Suchens und Fragens fällt den Philosophen offenbar zu ihrem liebsten Diskussionsthema nicht mehr viel ein. Bewusstsein ist nicht nur kein exklusives philosophisches Problem mehr: Es entzieht sich den Philosophen zunehmend und unwiederbringlich.

Es scheint so, als sei die Arbeit am Gehirn-Geist-Problem endgültig von den Philosophen auf „Neurobiologen, Hirnforscher, Informatiker, Kognitionswissenschaftler und Vertreter vieler anderer Disziplinen“ übergegangen. Oder hat noch jemand etwas Philosophisches dazu zu sagen?

Zuletzt geändert: 2002-06-27 (sr) | Kontakt
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